Kleine Chirurgie

Kleine Chirurgie

Unter “Kleine Chirurgie” versteht man Eingriffe, die  krankhafte Veränderungen betreffen, die in der Hautebene, knapp unter der Haut oder an Finger-oder Zehennägeln lokalisiert sind. In der Regel kann die Versorgung dieser Erkrankungen in örtlicher Betäubung vorgenommen werden.
Diese Erkrankungen können akut, also plötzlich oder über einen längeren Zeitraum (chronisch) entstanden sein.

Typische Erkrankungen, die im Rahmen der „kleinen Chirurgie” versorgt werden, sind:

  • Versorgung frischer Wunden
  • infizierte Wunden
  • eingewachsene Zehennägel, ggf. mit Entzündung des Nagelwalls (Unguis incarnatus)
  • Geschwülste unter der Haut (subkutane Tumoren), z.B. Talgzysten, Grützbeutel (Atherome)
  • Fettgewebsgeschwülste (Lipome)
  • Geschwülste auf der Haut (Hauttumoren)
  • Nagelgeschwüre, Nagelumlauf (Panaritium)
  • Fremdkörperentfernung
  • Blutergüsse unter Nägeln (subunguale Hämatome)
  • Entfernung von Überbeinen, also weichen Geschwülsten, die von Gelenken oder Sehnenscheiden ausgehen (Ganglion)

Anmeldung in der Praxis

Akut aufgetretene Verletzungen wie Schnitt- oder Risswunden oder akut entzündete Wunden behandeln wir selbstverständlich zeitgerecht ohne vorherige Anmeldung zu unseren Sprechzeiten. Die Versorgung ist jederzeit in unserem ambulanten Praxis OP möglich. Chronische Erkrankungen, die in die Versorgung der kleinen Chirurgie fallen, sollten zu einem eingeplanten Termin stattfinden, um lange Wartezeiten zu vermeiden.

Sie können dazu einfach, schnell und vertrauensvoll einen Termin in unserer Praxis vereinbaren.
Wir behandeln natürlich privat versicherte Patienten, können als kassenärztliche chirurgische Praxis unsere Fachkompetenz aber selbstverständlich auch gesetzlich versicherten Personen anbieten.

  • Telefonisch
  • direkt online in den Terminkalender auf unserer Webseite oder
  • per Email

Erstgespräch

Bei ihrer Vorstellung kommt es darauf an, dass sie ausführlich und in Ruhe die Entstehung ihrer Beschwerden beschreiben können, wie diese Sie im Alltag belasten, seit wann die Probleme auf welche Art auftreten, wie sie beeinflusst werden konnten und wie sich der gesamte zeitliche Verlauf entwickelt hat.

Es ist wichtig, dass in dieser Phase den Beschwerden genügend Zeit gewidmet wird, da auch scheinbar unwichtige Details entscheidende Anhaltspunkte sein können.
Gezielte Nachfragen durch den erfahrenen Chirurgen geben hier oft schon einen guten ersten Hinweis auf die Ursache der Beschwerden.

Doch das Erstgespräch ist mehr als das reine Auflisten von Beschwerden nach Art, Schwere, zeitlichem Auftreten und Beeinflussungsmöglichkeiten. Das Erstgespräch muss immer auch Raum geben für ein professionelles Kennenlernen des Menschen, der sich vertrauensvoll in Behandlung begibt.

Mögen verschiedene Menschen objektiv gleiche Beschwerden haben, werden diese doch individuell wahrgenommen. Was für den einen unerträglich ist, stört den anderen jedoch gar nicht und andersherum. So muss auch die Bewertung durch den Chirurgen auch diese Tatsache berücksichtigen und das geht nur, wenn das Erstgespräch sich nicht ausschließlich auf die objektiven Beschwerden reduziert. Stattdessen stellen wir den  Menschen als Individuum mit der eigenen Bewertung seines körperlichen Problems in den Mittelpunkt.

Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung stellt neben der Schilderung der Beschwerdenvorgeschichte eine der Hauptsäulen zur Diagnosefindung dar.

Natürlich ist es Ihnen wichtig, dass auch die körperliche Untersuchung gleich in den Händen eines Chirurgen mit jahrelanger klinischer, apparativer und operativer Erfahrung liegt, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Sie soll schließlich routiniert und diskret ablaufen und schnell zu einem verlässlichen Ergebnis führen.

In einigen Fällen kann eine Ultraschalluntersuchung zur Diagnosesicherung und Größenbestimmung des Befundes in der Tiefe oder zur gezielten Orientierung während der Behandlung erforderlich sein. Diese Ultraschalluntersuchung führen wir sofort in unserer Praxis durch.

Diagnosestellung und Erläuterung

Die Diagnose ergibt sich aus der Vorgeschichte, der körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls aus der apparativen Untersuchung (Sonographie).
Gerne möchte ich Ihnen dann erklären, die entsprechende Erkrankung für Sie bedeutet:

  • Welche Veränderungen liegen anatomisch an Ihrem Körper genau vor?
  • Wie und warum haben sich diese entwickelt?
  • Wie schwer ist diese Erkrankung?
  • Welcher Krankheitsverlauf ist in Zukunft ohne oder mit Behandlung zu erwarten?
  • Welche Auswirkungen auf andere Lebensbereiche sind zu erwarten?
  • Sind noch weitere Untersuchungen notwendig?
  • Sind die Veränderungen harmlos oder gefährlich?

Sie sollen letztlich erkennen, welche anatomische Veränderung Ihre Beschwerden auf welche Art mechanisch verursacht. Außerdem, wie genau Ihre Veränderung im Vergleich zu den meisten anderen derart Erkrankten in den Augen eines erfahrenen Chirurgen individuell zu bewerten ist.

Ihr überweisender Hausarzt erhält von uns automatisch einen ausführlichen Befund- und Empfehlungsbericht, so dass hier ein professioneller Informationsfluss gewährleistet ist.

Behandlungsoptionen

Die Erkrankungen, die eine Behandlung in örtlicher Betäubung im Rahmen der „Kleinen Chirurgie“ erlauben, sind meist unmittelbar an der Körperoberfläche sichtbar und können abschließend behandelt werden. Aus Gewebeanteilen, die wir entfernen, erfolgt meistens eine feingewerbliche (histologische) Untersuchung, um die Art und die Eigenschaft des Gewebes genau analysieren zu können.

Bei entzündeten Wunden können mehrere Eingriffe in Folge notwendig werden. Man will so schrittweise eine Besserung des Befundes erreichen und schließlich die Heilung herbeiführen.
Manchmal ist es sinnvoll, eine Probe von dem entzündlichen Gewebe zu nehmen. Diese Probe wird auf die  für die Infektion verantwortlichen Krankheitserreger hin untersucht. Diese Information kann dann im Falle einer antibiotischen Therapie für die Wahl des richtigen Antibiotikums sehr entscheidend sein.

Planung und Vorbereitung der OP

Die sonst notwendige und übliche Planung und Vorbereitung einer OP entfällt in der Regel im Rahmen der „Kleinen Chirurgie“. „Blutverdünnende” Medikamente und Organerkrankungen spielen hier nämlich eine eher untergeordnete Rolle.

Dennoch ist ein gründliches und informatives Aufklärungsgespräch über die Art und den Umfang des geplanten Eingriffes notwendig. Dabei werden auch die möglichen Komplikationen und Risiken thematisiert. Dieses Aufklärungsgespräch gibt Ihnen Gelegenheit, alle Fragen zu stellen, die sie zur OP haben.

Das Gespräch orientiert sich an einem standardisierten Aufklärungsbogen, der auch als juristisch relevantes Dokument dient.

Umgang mit Ungewissheit, Ängstlichkeit und Nervosität

Natürlich muss das Aufklärungsgespräch auch Aspekte berücksichtigen, die über die sachlichen Fakten hinausgehen. Viele Menschen haben ein beklemmendes Gefühl, wenn sie daran denken, sich einem Eingriff unterziehen zu müssen. Wir wissen, wie regelmäßig diese Tatsache in der modernen Medizin einfach ignoriert wird, obwohl sie eine so grosse Rolle spielt.

Gerade, wenn Sie noch nie operiert worden sind, überkommt Sie möglicherweise vor dem Eingriff ein Gefühl der Ungewissheit und der Nervosität.

Indem man diese Sorgen gezielt anspricht und diskutiert, entsteht letztlich neben der umfangreichen sachlichen Information auch ein vorbereitetes und zuversichtliches Gemüt. So begeben Sie sich dann umfassend vertrauensvoll in die operative Behandlung.
Für uns stehen Sie als Mensch im Mittelpunkt unserer Tätigkeit und unser Handeln ist darauf ausgerichtet, dass sie sich auch emotional optimal betreut fühlen.

Durchführung der OP

Die operativen Eingriffe werden stets ambulant in unserem modernen Operationssaal unserer Chirurgischen Praxis mit erfahrenem und hochspezialisiertem Personal durchgeführt.
Die Operation als entscheidender Schwerpunkt im Behandlungsprozess wird ausschließlich von mir selbst durchgeführt.

So ist gewährleistet, dass Sie sich vor, während und nach dem Eingriff in gleichermaßen freundlicher wie professioneller Betreuung befinden.

Nachbehandlung

Unmittelbar nach dem Eingriff werden Sie im Operationsgebiet noch schmerzfrei sein. Dies liegt daran, daß Sie dann unabhängig vom durchgeführten Eingriff ein örtliches Betäubungsmittel im operierten Bereich eingespritzt bekommen haben, dessen Wirkung zeitlich über den Eingriff hinaus anhält. Unwillkürliche Reaktionen des Körpers, die sonst bei Schmerzen auftreten, bleiben so aus und tragen zusätzlich zu Ihrem Wohlbefinden bei. Im weiteren Verlauf der folgenden Tage sollten Sie sich mit leichten bis mittelstarken Schmerzmitteln versorgen, die Sie nach Bedarf einnehmen sollten.

Ein Fadenzug ist manchmal gar nicht notwendig, wenn wir resorbierbare Fäden zum Hautverschluss verwenden. Sollte nicht resorbierbares Fadenmaterial verwendet werden müssen, werden diese Fäden am 12. Tag nach der Operation gezogen. Mit einem wasserdichten Pflaster auf der Wunde dürfen Sie nach der Operation jederzeit duschen. Mit einem Vollbad und Saunagängen warten Sie besser bis zur abgeschlossenen Wundheilung ca. 14 Tage dem Eingriff.

In jedem Fall erhalten Sie einen alle Verhaltensempfehlungen und Informationen zur Nachbehandlung, die für Sie relevant sind.

In akuten Notfällen nach einem Eingriff können Sie uns natürlich jederzeit auch persönlich telefonisch erreichen.

Kontrollbesuch in der Praxis

Nach ambulanten Operationen folgt ein Kontrollbesuch in der Chirurgischen Praxis je nach Eingriff und Befund. Wir kontrollieren dann den klinischen und ggf.sonographischen Befund nach der Operation und beurteilen außerdem wird die OP-Wunde. Alle Termine werden Ihnen selbstverständlich als Gedächtnisstütze schriftlich mitgegeben.

Nach Abschluß der Behandlung erhält Ihr Hausarzt einen ausführlichen Bericht über den gesamten Ablauf einschließlich der durchgeführten Operation, der empfohlenen folgenden Nachbehandlung und Medikamente.